Neues aus der woinem.de Redaktion:
 Nachgefragt !


Eine Homepage für Noigeblaggte
und natürlich auch für Woinemer

VON SABINE Di GERONIMO / BAZ Mittwoch, 8. August 2001

 

 
 

 

Weinheim. Wie sagt der Weinheimer zu seiner Stadt? Richtig! "Woinem". Und da er sein "Woinem" liebt, holt er sich dann und wann auch Infos aus dem Internet über seine Stadt. Und die holt er sich unter "www.woinem.de". Ja, Sie haben richtig gelesen. Auf dieser Homepage findet der Einheimsche viele Infos, aber auch ein Noigeblackter erfährt hier viel über die Stadt. Und zwar alles auf Dialekt. Logisch, dass ein "Schproochkuas" auch nicht fehlt.

Angefangen hat alles vor zwei Jahren. In einer Kneipe. Klar, denn die besten Ideen entstehen nun mal mit guten Freunden bei einem kalten Glas Bier.

 
 

Den beiden Computerfachmännern Peter Hoffmann und Rolf Zeitler ging es ebenso. "Man müsste eine ganz spezielle Homepage für Weinheim machen", meinte damals Peter Hoffmann. Irgendjemand in der Kneipe rief plötzlich "uffbasse" und die Idee war geboren. Nämlich die Homepage in astreinem Weinheimer Dialekt zu präsentieren. "Denn wir fanden, dass Mundart mittlerweile absolut salonfähig ist", so Rolf Zeitler.

Die beiden hatten viele Ideen, die sie im Laufe von vier Monaten dann auch umsetzten. "Wir erfanden ein Gewinnspiel - die Leute mussten einen Satz im Weinheimer Dialekt korrekt ins Hochdeutsche übersetzen", erklärt Rolf Zeitler. Wie hieß dieser Satz? "Geschdern bin isch so uf de Ronstoa drufgfahn, dass des ganze Mobbed verzorre war." (Gestern bin ich so auf den Randstein gefahren, dass das ganze Moped verzogen war).

Natürlich konnte man auch etwas gewinnen." Doseworscht, en Deener odder e paar Hosse" (Dosenwurst, einen Döner und ein paar Hosen). Bei "Woinem.de" gibt es auch ein Gästebuch. Hier tragen sich Leute aus der ganzen Welt ein - Weinheimer, die zum Beispiel in Californien, Australien oder Saudi Arabien leben und herzlich die "Woinemer" grüßen und den Jöschte Andrees vermissen.

"Wir haben wirklich schon die tollsten Sachen erlebt", erzählt Peter Hoffmann. Als die beiden die Eröffnung des Saukopftunnels mit der WebKamera filmten, winkte ein Mann in ihre Richtung."Er kam atemlos auf uns zugerannt", erinnern sich die beiden. Der Mann erklärte, dass sein Sohn auf den Philippinen lebe und gerade im Internet auf "Woinem.de" surft. Er beobachtete die Eröffnung und erkannte tatsächlich seinen Vater, rief ihn natürlich sofort über Handy an erklärt Rolf Zeitler. Logisch, dass der alte Herr noch einmal in Richtung Kamera winken durfte. Sachen gibt's..."

Bei dem Radiosender SWR3 wurde "Woinem.de" zur besten Mundarthomepage der Welt gewählt. Das macht uns natürlich sehr stolz. Natürlich gibt es bei "Woinem.de" auch einen Sprachkurs für die Zugereisten. Herrlich komisch.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Peter Hoffmann und Rolf Zeitler können sich nicht mehr so sehr viel um die Homepage kümmern, sprich: können sie nicht so schnell auf einen aktuellen Stand bringen. "Das Ganze kostet enorme Zeit und zeitweise müssen wir halt ein bisschen Geld verdienen", sagt Hoffmann schmunzelnd. Und "Woinem.de" bringt nun mal nichts.

"Woinem.de" - eine Homepage, die sich sehen lassen kann und die mordsmäßig Spaß macht. Alla, noigugge...!

 
 

 

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